Adipositas

Wodurch wird Adipositas verursacht?
Entgegen dem, was manche Ernährungsgurus oder Modediäten behaupten, ist die korrekte wissenschaftliche Erklärung für eine übermäßige Gewichtszunahme die Tatsache, dass man mehr Kalorien zu sich nimmt, als man verbraucht. Will heißen, wenn die Kalorienaufnahme nicht mit entsprechender körperlicher Betätigung ausgeglichen wird. Im Umkehrschluss kann dieses Phänomen auch dadurch bedingt sein, dass eine verminderte körperliche Aktivität nicht mit einer Reduzierung der Kalorienaufnahme einhergeht. Adipositas ist nicht selten eine extreme Form dieses Energie-Ungleichgewichts. Durch das zusätzliche Körpergewicht kann sich das Risiko für ernsthafte Gesundheitsprobleme erhöhen, wie z. B. Krankheiten wie Herz-/Kreislaufbeschwerden, Diabetes sowie verschiedene Formen von Krebs.

Wie und warum man Fettleibigkeit verhindern kann bzw. sollte
Übergewicht und Adipositas sowie andere mit diesen Bedingungen verbundene Krankheiten – NCDs (nicht übertragbare Krankheiten) – sind zum Großteil vermeidbar. Jeder kann eine ungesunde Gewichtszunahme durch eine verminderte Energiezufuhr aus Gesamtfetten und -zucker, den gesteigerten Konsum von Obst und Gemüse, Vollkorngetreide und Nüssen sowie regelmäßige körperliche Bewegung vermeiden.

Laut der WHO kann die vermehrte tägliche Aufnahme von Obst und Gemüse sogar das Risiko von nicht übertragbaren Krankheiten wie Herz-/Kreislauferkrankungen und verschiedenen Formen von Krebs verringern. Nicht abschließend nachgewiesene Erhebungen suggerieren, dass Obst und Gemüse im Rahmen einer gesunden Ernährung aus Fett, Zucker sowie Salz/Natrium auch eine Gewichtszunahme sowie das Risiko für Adipositas, ein unabhängiger Risikofaktor für NCDs, verringern helfen.

Welche Vorteile bietet Fruchtsaft?
Fruchtsaft, der in den Ernährungsleitfäden vieler europäischer Regierungen mit einer Portion Obst gleichgesetzt wird, enthält Vitamine und Mineralien, die für die Gesundheit von größter Wichtigkeit sind (So enthält Orangensaft zum Beispiel enorm viel Vitamin C). Mit Fruchtsaft, der immer einen Fruchtgehalt von 100 % hat, kann man der täglichen Referenzmenge von Obst für eine ausgewogene Ernährung nachkommen. Er enthält nur wenige Kalorien und trägt in entsprechender Dosierung nicht zur Adipositas bei. Tatsächlich enthält ein kleines Glas Fruchtsaft lediglich 62 kcal oder 3 % der Referenzmenge der täglichen Kalorienzufuhr von 2000 kcal.

Wissenschaftliche Studien zu Fruchtsaft
In verschiedenen Studien mit hohem wissenschaftlichem Wert (darunter Reviews, randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) und Kohortenanalysen) wurde der Zusammenhang zwischen Obst, Gemüse sowie Frucht-/Gemüsesaft und einer Gewichtszunahme untersucht. In einer solchen Erhebung mit 13.450 Teilnehmern (Kinder und Erwachsene) wurde festgestellt, dass „der Konsum von Fruchtsaft eine negative Assoziation mit Adipositas aufweist“. Dies bedeutet, dass der Konsum von Fruchtsaft keinen Einfluss auf Fettleibigkeit bei Kindern und Erwachsenen hat.

In einer im Journal of the American College of Nutrition veröffentlichte Analyse von NHANES (1999-2004) aus dem Jahre 2010 wurde der Zusammenhang zwischen dem Konsum von Fruchtsaft und der Wahrscheinlichkeit für Fettleibigkeit und das metabolische Syndrom bei Erwachsenen untersucht. „Im Vergleich zu Personen, die keinen Fruchtsaft verzehren, waren die Fruchtsaft-Konsumenten schlanker, insulinsensitiver und wiesen eine geringere Wahrscheinlichkeit für Adipositas und metabolisches Syndrom auf.“

Kann die Fruchtsaftindustrie bei der Adipositasprophylaxe Unterstützung leisten?
Die WHO konstatiert in ihrem Informationsblatt zum Thema Adipositas (2016), dass die Nahrungsmittelindustrie durch die Verringerung des Anteils an Fetten, Zucker und Salz in verarbeiteten Lebensmitteln eine wichtige Rolle bei der Förderung einer gesunden Ernährung spielen kann. Fruchtsaft wird nur begrenzt verarbeitet (gepresst und pasteurisiert) und enthält keinerlei Zuckerzusätze. Tatsächlich ist es so, dass Zuckerzusätze in Fruchtsaft per EU-Gesetz verboten sind. Die von Natur aus in Fruchtsaft enthaltenen Zucker, Kohlenhydrate und Ballaststoffe stammen aus den dafür ausgepressten, ganzen Früchten. Dazu ist die Reduzierung jeglicher Bestandteile von Fruchtsäften untersagt. Ansonsten darf die Bezeichnung Fruchtsaft nicht verwendet werden.


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