22 Oktober 2018 - Studie bestätigt, dass Orangensaft zum Essen zu Gewichtsverlust führen kann

Studie bestätigt, dass Orangensaft zum Essen zu Gewichtsverlust führen kann

Einige Gesundheitsexperten hatten Bedenken geäußert, der Verzehr von Fruchtsaft könne bei Patienten zu einer Gewichtszunahme führen. Dies wurde in drei randomisierten kontrollierten Studien untersucht.

Für die erste (1) wurde eine Gruppe von 78 adipösen Erwachsenen rekrutiert, die abnehmen wollten. Alle Teilnehmer erhielten über 12 Wochen hinweg eine energiereduzierte Diät, die Hälfte von ihnen erhielt jedoch, nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, darüber hinaus täglich hundertprozentigen Orangensaft (reiner Saft ohne Zuckerzusatz) mit der Bitte, jeden Tag 500 ml zu trinken.

Die Ergebnisse zeigten in beiden Diätgruppen eine ähnliche Gewichts- und Fettreduktion. Und dies trotz der 200 kcal und 46 g Zucker, die die Orangensaftgruppe zusätzlich jeden Tag zu sich genommen hatte. Die Autoren vermuteten, dass bioaktive Bestandteile in hundertprozentigem Orangensaft, wie etwa Flavanone, Carotinoide und Pektin, im Lauf des Tages zu einem Energieausgleich führten. Insulinsensitivität, Fettzusammensetzung und Entzündungsstatus waren in der Gruppe, die hundertprozentigen Orangensaft erhielt, erheblich verbessert.

Die zweite (2), neuere Studie rekrutierte 41 Erwachsene mit großem Bauchumfang für die Teilnahme an einer randomisierten Crossover-Studie. Während der beiden 28-tägigen Phasen der Studie, mit einer dreiwöchigen Auswaschzeit dazwischen, wurden täglich 500 ml hundertprozentiger Orangensaft gereicht. Es wurden zwei Arten Orangensaft verwendet - Blutorange und helle Orange, die sich hinsichtlich des Anthocyangehalts unterscheiden.

In persönlicher Kommunikation stellten die Autoren der Studie fest, dass die Teilnehmer während der Studie nicht an Gewicht zunahmen (+ 30 g im Mittel, statistisch nicht relevant), was angesichts der zusätzlichen Energie und des zusätzlichen Zuckers aus 500 ml Orangensaft und der Tatsache, dass die Teilnehmer bereits ein Adipositasrisiko hatten, bemerkenswert ist. Die veröffentlichte Studie berichtete, dass in keiner der beiden Phasen der Studie wesentliche Änderungen bei Blutfettwerten, Blutdruck, Nüchternglukosespiegel, Fruktosamin, HbA1c oder c-reaktivem Protein festgestellt wurden.

Die dritte (3) Studie rekrutierte 26 gesunde Erwachsene für eine zweiwöchige randomisierte Crossover-Studie mit einer einwöchigen Auswaschphase. Die Teilnehmer wurden gebeten, 20% ihres täglichen Energiebedarfs als reinen Orangensaft zu sich zu nehmen, was im Mittel 1,3 Litern und damit 112 g natürlichen Zuckern entsprach. Die auf dieser Basis zuvor geschätzte Gewichtszunahme betrug 855 ± 150 g. Wurde Orangensaft zwischen den Mahlzeiten konsumiert, stieg die Körperfettmasse im Durchschnitt um 1 kg (p<0,05), wurde Orangensaft jedoch gleichzeitig mit einer Mahlzeit konsumiert, verringerte sich die durchschnittliche Fettmasse erheblich um 0,3 kg (p<0,05). Die glykämische Kontrolle war ebenfalls besser, wenn Orangensaft zu einer Mahlzeit getrunken wurde.

Diese Erkenntnisse widersprechen der vorherrschenden Meinung, ein regelmäßiger Verzehr von Fruchtsaft führe zu einer überhöhten Energiezufuhr und einer Gewichtszunahme. Im Gegenteil beeinflussten sogar die großen Mengen an hundertprozentigen Orangensaft, die Personen mit Adipositas oder Adipositasrisiko während dieser Studien verabreicht wurden, weder Gewicht noch metabolische Marker. Daher kann das kleine Glas mit 150 - 200 ml, das in einigen Ländern empfohlen wird, kaum ein Risiko für Gesundheit oder Gewichtskontrolle darstellen. Stattdessen könnte es aufgrund des reichen Nährstoffgehalts eine gesunde tägliche Gewohnheit sein.

Weitere Informationen finden Sie unter:

(1) Ribeiro C et al. (2017) Orange juice allied to a reduced-calorie diet results in weight loss and ameliorates obesity-related biomarkers: A randomized controlled trial. Nutrition 38: 13–19. Available at: http://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S0899-9007(17)30004-7

(2) Hollands WJ et al. (2018) 4-week consumption of anthocyanin-rich blood orange juice does not affect LDL-cholesterol or other biomarkers of CVD risk and glycaemia compared with standard orange juice: a randomised controlled trial. British Journal of Nutrition 119, 415-421. Available at: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29498348

(3) Hägele FA et al. (2018) High orange juice consumption with or in-between three meals a day differently affects energy balance in healthy subjects. Nutr Diabetes 8(1): 19. Available at: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29695707