myth_busting

Mythen entkräftet

Häufig werden von den Medien widersprüchliche oder irreführende Informationen über Fruchtsäfte geliefert. Wir haben uns mit wissenschaftlichen Studien befasst, um 11 der häufigsten Missverständnisse zum Thema reiner Fruchtsaft zu beleuchten. Hier die wissenschaftlich korrekten Überschriften:

In reinem Fruchtsaft sind keine Zuckerzusätze enthalten

Fruchtsaftfakt: Laut EU-Gesetz darf reiner Fruchtsaft KEINE Zuckerzusätze enthalten.19

Entgegen der landläufigen Annahme sind in reinem Fruchtsaft NIE Zuckerzusätze enthalten. Diese sind sowohl bei reinem Fruchtsaft als auch Fruchtsaftkonzentrat per EU-Gesetz verboten.1 Fruchtsaft enthält ca. 10 % Zucker, darunter Glukose, Fruktose und Saccharose, die alle in der ganzen Frucht enthalten sind, aus der er gepresst wird.2 Die restlichen 90 % bestehen aus Wasser, Vitaminen (z. B. Vitamin C), Mineralstoffen und Phytonährstoffen.3 Für weitere Infos zu natürlich vorkommenden Zuckern in reinem Fruchtsaft siehe Kohlenhydrate und Zucker in 100 % Fruchtsaft.

Die in reinem Fruchtsaft enthaltenen Zucker entstammen der Frucht selbst

Reiner Fruchtsaft besteht nur aus entsafteten Früchten ohne jegliche Zusätze.20

Die in reinem Fruchtsaft enthaltenen Zucker stammen von der Frucht selbst.4 Zu viel Zucker, egal welchen Typs, ist nicht gut für die Gesundheit. Aus diesem Grund sollte Zucker in der Ernährung nicht aus energiedichten, und nährstoffarmen, sondern nährstoffreichen Nahrungsmitteln wie reiner Fruchtsaft konsumiert werden. Ebenso wie die ganze Frucht enthält jede Saftart eine einzigartige Mischung an Nährstoffen: Orangensaft etwa enthält Vitamin C, Folat und Kalium. (Für weitere Infos zu Vitaminen und Mineralien in Orangensaft siehe unser Infoblatt „Nährwertprofil von 100 % Orangensaft“.) Laut der Europäischen Kommission fördert der maßvolle Konsum von Fruchtsaft nicht nur das Geschmacksvergnügen, sondern auch die Steigerung der Obst- und Gemüseaufnahme bis zum gebotenen Limit.5

Reiner Fruchtsaft ist nicht zur Abdeckung des Gesamtbedarfs an Obst gedacht

Forschungen haben ergeben, dass reiner Fruchtsaft den Verzehr von Obst und Gemüse eher ergänzt als ersetzt.21

Manche Gesundheitsfachkräfte empfehlen Patienten, anstatt Fruchtsaft Obst zu konsumieren. Dieser Ratschlag wird allerdings nicht deshalb gegeben, weil Fruchtsaft den Anteil an Obst in der Nahrungsaufnahme ersetzen kann oder soll. In jedem Fall gibt es hierfür keine stichhaltigen Beweise. Empirische Daten lassen vermuten, dass Konsumenten von Fruchtsaft eher mehr Obst und Gemüse verzehren. Es sind auch diese Personen, die am wahrscheinlichsten die Empfehlungen für die Obst- und Gemüseaufnahme vieler europäischer Länder erreichen. Forschungen haben ergeben, dass reiner Fruchtsaft den Verzehr von Obst und Gemüse eher ergänzt als ersetzt.6 Die meisten Europäer nehmen Obst und Gemüse nicht in ausreichenden Mengen auf, sodass das tägliche Glas Fruchtsaft eine sinnvolle Ergänzung des Gesamtobstkonsums darstellt. Ohne Fruchtsaft würden viel weniger Menschen die Empfehlungen für die tägliche Obst- und Gemüseaufnahme erreichen. Es geht hier also nicht um ein „entweder/oder“. Der Konsum reinen Fruchtsafts und der Verzehr von Obst sollten einander stets ergänzen.

Infos zur ausreichenden Menge reinen Fruchtsafts für eine gesunde Ernährung finden Sie in Warum sollte ich 100 % Fruchtsaft trinken?

Abgepackter Fruchtsaft ist ebenso nahrhaft wie die frisch gepresste Version

Es gibt Nachweise dafür, dass der Anteil mancher Nährstoffe in kommerziellen Fruchtsäften im Vergleich zu Obst z. B. durch sanfte Pasteurisierung nur geringfügig reduziert wird, während andere Nährstoffe aufgrund solcher Verarbeitungsprozesse (für den Körper) biologisch verfügbarer sind.7

Die in reinem Fruchtsaft enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe stammen direkt aus der ausgepressten Frucht. Ebenso wie die ganze Frucht enthält jede Saftart eine unterschiedliche Mischung an Nährstoffen. Diese werden durch das Verpackungsverfahren so gut wie gar nicht beeinträchtigt.  Tatsächlich helfen diese Verpackungen bei der Erhaltung der Nährstoffe aus frisch gepflückten Früchten. Europäische Fruchtsafthersteller verwenden Prozesse wie Auspressen, Pasteurisieren und Verpacken, die die Erhaltung der Nährstoffe von Fruchtsäften für den Verbraucher unterstützen.8

Zunächst wird das für die Fruchtsäfte verwendete Obst baldmöglichst nach der Ernte ausgepresst, um die natürlichen Nährstoffe zu erhalten, die nach der Ernte im Laufe der Zeit verloren gehen. Dazu schützen Verpackungen den Saft vor dem Einfluss von Temperatur, Luft und Licht geschützt bzw. tragen dazu bei, seine natürlichen Eigenschaften zu erhalten.9 Weitere Infos zu den Prozessen der Fruchtsaftproduktion finden Sie unter Wie wird Fruchtsaft hergestellt?

Reiner Fruchtsaft fördert bei Kindern die gesteigerte Aufnahme von Obst & Gemüse

Reiner Fruchtsaft trägt dazu bei, dass Kinder sich an den Geschmack von Obst und Gemüse gewöhnen, was auf lange Sicht zu einem gesundheitsbewussteren Lebensstil führen kann.22

Aus Gesundheitsgründen sollten Kinder (oder eigentlich alle Menschen) täglich mindestens 400 g oder 5 Portionen Obst & Gemüse verzehren. Die meisten Kinder kommen dieser Empfehlung aber nicht annähernd nahe. In Großbritannien sind es gerade einmal 8 % von ihnen.10 Der Verzicht auf Fruchtsaft kann diesen Umstand noch verschlimmern. Denn der begünstigt nicht nur die gesteigerte Aufnahme von Obst und Gemüse, sondern bietet laut unabhängigen Untersuchungen auch einige ganz spezielle Vorteile:

  • Demnach stellt Fruchtsaft bei Kindern von 2-5 Jahren eine „wichtige Kalium- und Magnesiumquelle“ dar11
  • Fruchtsaft kann dabei helfen, Kinder an den Geschmack von Obst und Gemüse zu gewöhnen. Somit ist es wahrscheinlicher, dass sie langfristig gesundheitsfördernde Entscheidungen treffen. 12

Weitere Infos zur Integration von Fruchtsaft in die kindliche Ernährung finden Sie unter Tipps für Eltern.

Die Menschen trinken nicht "zu viel" Fruchtsaft

Täglicher Kalorienbedarf: Ein kleines Glas reiner Fruchtsaft enthält lediglich 3 % des für Frauen empfohlenen täglichen Kalorienbedarfs von 2000 kcal.23

Europaweit verzehren die meisten Menschen sehr viel weniger als ein Glas Fruchtsaft pro Tag. Tatsächlich sind es im Durchschnitt gerade einmal 31 ml pro Tag.13 Ein kleines Glas reiner Fruchtsaft (ca. 150 ml) enthält lediglich 3 % des für Frauen empfohlenen täglichen Kalorienbedarfs von 2000 kcal.14 Die meisten Europäer nehmen Obst und Gemüse nicht in ausreichenden Mengen auf.15 Reiner Fruchtsaft fördert den Konsum von Obst und Gemüse sowie eine ausgewogene Ernährung.

Reiner Fruchtsaft ist mit einer guten Zahngesundheit vereinbar

Der Verzehr von reinem Fruchtsaft ist bei gleichzeitiger guter Mundhygiene auch mit einer guten Zahngesundheit vereinbar.16 Um von allen Vorteilen des Fruchtsafts in der Ernährung zu profitieren, sollten Sie neben der Zahnreinigung mit Fluorid-Zahnpaste ein paar einfache Maßnahmen implementieren wie die Aufnahme von Fruchtsaft zusammen mit den Mahlzeiten anstatt alleine sowie das Trinken mit einem Strohhalm.17

In Kombination mit einer guten Mundhygiene können nährstoffreiche Nahrungsmitteln und Getränke, darunter solche mit Kohlenhydraten oder Säuren wie Fruchtsäfte, Teil einer gesunden und ausgewogenen Ernährung sein, ohne dabei die Zahngesundheit zu gefährden. Weitere Infos finden Sie im Abschnitt Zahngesundheit.

Reiner Fruchtsaft steht nicht in direktem Zusammenhang mit Adipositas

Es besteht kein direkter Zusammenhang zwischen reinem Fruchtsaft und Adipositas. Tatsächliche weisen Untersuchungen darauf hin, dass Fruchtsaft-Konsumenten mehr Obst und Gemüse zu sich nehmen, als Personen, die keine Fruchtsäfte konsumieren und dass sie am wahrscheinlichsten die Empfehlungen für die Obst- und Gemüseaufnahme vieler europäischer Länder erfüllen.18

Der durchschnittliche Europäer nimmt täglich 33 ml Fruchtsaft zu sich. Dies entspricht 15 Kalorien, ein Wert, der auf Bevölkerungsebene Adipositas weder verursachen noch verschlimmern kann.                                           

Es ist der übermäßige Konsum von Kalorien, der zu Gewichtszunahme und Fettleibigkeit führt und nicht Fruchtsäfte (oder andere Nahrungsmittel oder Getränke) alleine.

Für weitere Infos zur Rolle von Fruchtsäften bei einer gesunden und ausgewogenen Ernährung siehe unter Adipositas.

 

QUELLEN

1. Amtsblatt der Europäischen Union. Direktive 2012/12/EU des Europäischen Parlaments und des Rates.
Zu finden unter: http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2012:115:0001:0011:EN:PDF [Letzter Zugriff am 9. Februar 2017].

2. AIJN Frequently Asked Questions.
Zu finden unter: http://www.aijn.org/faqs


3. UK Department of Health. Nutrient analysis of fruit and Gemüse.
Zu finden unter: https://www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/167942/Nutrient_analysis_of_fruit_and_Gemüse_-_Summary_Report.pdf [Letzter Zugriff am 8. Februar 2017].

4. AIJN Frequently Asked Questions.
Zu finden unter: http://www.aijn.org/faqs

5. Amtsblatt der Europäischen Union. Verordnung der Europäischen Kommission 432/2012 vom 16/05/2012.
Zu finden unter: http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2012:136:0001:0040:en:PDF [Letzter Zugriff am 8. Februar 2017].

6. Gibson, S. Fruchtsaft consumption in the National Diet and Nutrition Survey (NDNS 2008-2010): associations with diet quality and indices of obesity and health. Proceedings of the Nutrition Society. 2012.

7. Aschoff et al. In Vitro Bioaccessibility of Carotenoids, Flavonoids, and Vitamin C from Differently Processed Oranges and Orange Juices. Journal of Agricultural and Food Chemistry. 2015.

8. Amtsblatt der Europäischen Union. Direktive 2012/12/EU des Europäischen Parlaments und des Rates.
Zu finden unter: http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2012:115:0001:0011:EN:PDF [Letzter Zugriff am 9. Februar 2017].

9. Nelson. Phytochemically induced flavor changes in orange juice exposed to light in glass and polyethylene terephthalate at 4°C. Thesis (M.S.), 2005, University of Florida.
Ebenfalls von Interesse könnte sein: Klimczak. Effects of storage on the content of polyphenols, vitamin C and the antioxidant activity of orange juices. Journal of Food Composition and Analysis. 2007.

10. Public Health England. National Diet and Nutrition Survey Results from Years 5 and 6 (combined) of the Rolling Programme (2012/2013 – 2013/2014).
Zu finden unter: https://www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/551352/NDNS_Y5_6_UK_Main_Text.pdf [Letzter Zugriff am 15. Februar 2017].

11. Fulgoni V and Quann E. National trends in beverage consumption in children from birth to 5 years: analysis of NHANES across three decades. Nutrition Journal 2012, 11:92.
Zu finden unter: http://www.nutritionj.com/content/11/1/92  [Letzter Zugriff am 15. Februar 2017].

12. CREDOC. Comportements et consommation alimentaire en France 2010. Enquête CCAF 2010. 2010.

13. AIJN Liquid Fruit Market Report 2016: http://viewer.zmags.com/publication/1d1b0aa7#/1d1b0aa7/20 [Letzter Zugriff am 4. Mai 2017].

14. FJM Nährwerttabelle.
Zu finden unter: https://fruitjuicematters.at/de/informationsmaterial


15. European Fresh Produce Association (Freshfel Europe) Consumption Monitor 2014.
Ebenfalls von Interesse könnte sein: Bates, B., Lennox, A. & Swan, G. Eds. UK National Diet and Nutrition Survey: Results from Years 1-4 (combined) of the Rolling Programme (2008/2009-2011/2012): Executive summary. 2014.

16. Van Loveren, C. Diet and Dental Caries: cariogenicity may depend more on oral hygiene using fluorides than on diet or type of carbohydrates. 2000.
Zu finden unter: http://www.eapd.eu/9B3D610A.en.aspx [Letzter Zugriff am 23. März 2017].

17. https://www.dentalhealth.org/news/details/833 [Letzter Zugriff am 4. Mai 2017].

18. Gibson, S. Fruchtsaft consumption in the National Diet and Nutrition Survey (NDNS 2008-2010): associations with diet quality and indices of obesity and health. Proceedings of the Nutrition Society. 2012.

Ebenfalls von Interesse könnte sein: Comportements et consommation alimentaire en France 2010. Enquête CCAF 2010.

19. Amtsblatt der Europäischen Union. Direktive 2012/12/EU des Europäischen Parlaments und des Rates.
Zu finden unter: http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2012:115:0001:0011:EN:PDF [Letzter Zugriff am 10. Mai 2017].

20. Amtsblatt der Europäischen Union. Direktive 2012/12/EU des Europäischen Parlaments und des Rates.
Zu finden unter: http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2012:115:0001:0011:EN:PDF [Letzter Zugriff am 10. Mai 2017].

21. Gibson, S. Fruchtsaft consumption in the National Diet and Nutrition Survey (NDNS 2008-2010): associations with diet quality and indices of obesity and health. Proceedings of the Nutrition Society. 2012.

Ebenfalls von Interesse könnte sein: Comportements et consommation alimentaire en France 2010. Enquête CCAF 2010. 2010.

22. CREDOC. Comportements et consommation alimentaire en France 2010. Enquête CCAF 2010. 2010.
Ebenfalls von Interesse könnte sein: Gibson & Boyd. Associations between added sugars and micronutrient intakes and status: further analysis of data from the National Diet and Nutrition Survey of Young People aged 4 to 18 years. British Journal of Nutrition. 2009.
L O’Connor et al. Dietary Energy Density and its association with the nutritional quality of the diet of children and teenagers. Journal of Nutritional Science (2013) vol.2: e10, 1–8.

23. FJM Nährwerttabelle. Durchschnittliche Kilokalorienwerte für Orangensaft = 62 kcal/150 mL. 62/2000 = 3,15 %.
Zu finden unter: https://fruitjuicematters.at/de/informationsmaterial.

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